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Ballenpressen: Die richtige Wahl nach Strohsorte

Die Stroh- und Heuernte ist die abschließende Phase der Erntekampagne, von der die Futter- und Einstreuqualität für die Tierhaltung sowie die Geschwindigkeit der Feldvorbereitung für die nächste Aussaat abhängen. Die Hauptaufgabe einer Ballenpresse ist es, einen dichten, gut geformten Ballen oder eine Rundballe zu erzeugen, die sich leicht transportieren und lagern lässt.

Stroh unterschiedlicher Kulturen hat jedoch eine völlig unterschiedliche Textur - von hartem, brüchigem Maisstroh bis zu weichem Gerste- oder faserigem Sojastroh. Die falsche Wahl der Ballenpresse führt zu zerfallenden Ballen, beschädigten Knotern und übermäßigem Riemenverschleiß. Ein Blick darauf, welche Pressenkonstruktion zu welcher Strohsorte passt.

Rundballenpressen: Feste vs. variable Presskammer

Rundballenpressen sind bei kleinen und mittleren Betrieben dank ihres erschwinglichen Preises und einfacher Wartung am beliebtesten. Nach dem Kammertyp unterscheidet man zwei Bauarten.

Pressen mit fester Kammer (Walzen- oder Kettenschienenpressen)

Bei diesen Maschinen entsteht der Ballen von außen nach innen. Der Kern bleibt locker, während die Dichte zum Außenrand hin zunimmt.

Geeignet für: die ideale Lösung für klassisches Weizen- und Roggenstroh. Kettenschienenpressen kommen auch mit leicht feuchtem Material oder Silage gut zurecht, da die Ketten auf nassem Gras nicht durchrutschen.

Eigenschaften: der lockere Kern lässt den Ballen "atmen". Wurde das Stroh mit leichtem Feuchtigkeitsüberschuss aufgenommen, trocknet es direkt im Ballen nach, ohne dass sich Schimmel bildet.

Pressen mit variabler Kammer (Riemenpressen)

Die Riemen beginnen das Material bereits in den ersten Sekunden nach Eintritt in die Kammer zu komprimieren und formen so einen extrem dichten Ballen von Anfang an.

Geeignet für: Riemenpressen sind unverzichtbar für kurzes, trockenes, brüchiges Stroh wie Gerste oder Hafer. Die Riemen decken den Innenraum der Kammer vollständig ab und verhindern, dass feine Strohteile auf den Boden fallen.

Eigenschaften: sie ermöglichen die Anpassung von Ballendurchmesser und -dichte an spezifische logistische Anforderungen. Für hartes Maisstroh eignen sich Riemen jedoch weniger gut, da scharfe Stängelkanten den Verschleiß beschleunigen.

Quaderballenpressen: Kolbenkraft für große Mengen

Quaderballenpressen (von kleinen Kleinballenpressen bis zu großen Großballenpressen) werden von Betrieben gewählt, bei denen eine möglichst effiziente Beladung von Transportfahrzeugen und eine sinnvolle Nutzung der Lagerflächen entscheidend ist.

Kleine Kleinballenpressen

Geeignet für: am besten geeignet für weiches Stroh (Gerste, Hafer) und Leguminosenheu. Dank der schonenden Kolbenpressung bleibt der Nährwert der Blätter erhalten, ohne das Material zu Häcksel zu zerkleinern.

Eigenschaften: kleine Ballen mit 15-25 kg Gewicht lassen sich leicht von Hand entladen - relevant für Betriebe ohne leistungsstarke Lader.

Großballenpressen (Big Baler)

Diese Giganten arbeiten mit enormem Kolbendruck und erzeugen Ballen mit einem Gewicht von 300 bis 500 kg.

Geeignet für: das einzig wirksame Werkzeug für das Pressen von hartem Maisstroh sowie Raps- und Sojastroh. Ein leistungsstarkes Getriebe und ein massiver Kolben brechen dicke Maisstängel mühelos und pressen sie zu einem dichten "Ziegel".

Eigenschaften: erfordern zwingend hochwertigen, reißfesten Garn mit hoher Liniendichte, da der Innendruck eines Maisballens enorm ist. Für den Betrieb dieser Geräte ist ein Traktor mit mindestens 150-200 PS erforderlich.

Wichtige technische Details bei der Pressenwahl

Damit das Pressen ohne Unterbrechungen abläuft, achten Sie auf zwei wichtige Konstruktionsmerkmale:

Vorhandensein eines Schneidrotors. Wenn Sie hartes Soja-, Raps- oder Maisstroh für die Verwendung als Einstreu oder Rohstoff für Heizpellets pressen möchten, wählen Sie eine Presse mit Messern. Gehäckseltes Stroh lässt sich deutlich besser pressen, und die Ballen werden 15-20 % dichter.

Bindungsart (Garn oder Netz). Für feines, kurzes Stroh hat die Netzbindung Priorität. Sie deckt den Ballen über seine gesamte Breite vollständig ab, fixiert die Ränder und schützt das Material vor Verlust und Feuchtigkeit bei Lagerung im Freien. Garn ist günstiger, aber der Bindevorgang dauert länger, was die Feldleistung senkt.

Fazit: Kurze Empfehlung

Wenn Ihr Betrieb überwiegend klassisches Weizen- und Gerstenstroh presst und Einfachheit sowie Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen, ist eine Riemen-Rundballenpresse mit Netzbindung die optimale Wahl. Sie verhindert, dass kurzes Stroh verloren geht, und erzeugt dichte Ballen.

Steht hingegen das Aufräumen von hartem Mais-, Soja- oder Rapsstroh nach einem leistungsstarken Mähdrescher an, und liegt Ihr Fokus auf industriellen Mengen und schneller Logistik, investieren Sie in eine Großballenpresse oder eine Kettenschienen-Rundballenpresse mit Rotorhäcksler.

Benötigen Sie Beratung bei der Wahl einer Ballenpresse oder suchen Sie Ersatzteile für vorhandene Technik? Wenden Sie sich an Marian Agro in Ternopil - wir bieten Service für Ballenpressen führender Marken.

07.08.2026

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